Das Leben heilen. Texte über Gesundheit und Heilung in lebendigen Systemen. Foto von Petra Kemper

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Eckehard W. Rechlin

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Welten verbinden (sich)
Petra Kemper . Dipl.-Betriebswirtin . Reisende

Leseprobe aus:
Das Leben heilen

SCHMIEDE EDITION . Band 3 . Herausgegeben von Eckehard W. Rechlin
GROTE Verlag Hamburg . November 2008
Hörbuch >
Das Leben heilen . Texte über Gesundheit und Heilung in lebendigen Systemen

Ereignisse vorhersehen - Dem inneren Kompass folgen - Im Alltag Verantwortung übernehmen - Und noch eine Runde

Ereignisse vorhersehen

Ich habe gerade meine Freundinnen Tina und Sarah zum Zug gebracht. Nach unserer Verabschiedung erfasst mich eine unbestimmte Traurigkeit. Auf dem Weg nach Hause schlendere ich durch die Innenstadt, dann durch knöchelhohes buntes Herbstlaub am Ufer entlang, lausche dem herabfallenden Wasser am Wehr und lasse meinen Tränen freien Lauf. Durch unseren Abschied ist mein Lebensmotor angesprungen und stellt mir wie schon so oft die Frage: Wer bin ich? Was ist meine Aufgabe? Wo soll mich dieses Leben hinführen?

Als Kind habe ich in einem sich ungefähr fünf Jahre wiederholenden Traum davon geträumt, dass unser Haus abbrennen würde. Als ich zehn Jahre alt war, brannte unser Haus ab.

Mit Anfang zwanzig wurde ich eines Nachts aufgrund meiner eigenen Hilferufe wach: "Mama, Mama!" Angstvoll schaue ich mich im Raum um. Es ist nichts im Außen. Ich habe geträumt, dass jemand gestorben ist. Ich schlafe wieder ein und vergesse diesen Traum - nicht.

Ein paar Tage später, 600 Kilometer vom Traumort entfernt, fahre ich in der Nacht von einem Fest nach Hause und komme als erste an eine Unfallstelle. Auf der unbeleuchteten kurvigen Landstraße steht ein Mercedes, in der Gegend liegen mehrere Motorradteile herum und zwei junge Männer. Ein Mann liegt unter dem Mercedes, ein anderer ein paar hundert Meter weiter oben auf der Straße. Ich gehe hin und begegne meiner eigenen Hilflosigkeit: ich kann den Mann unter dem Auto nicht hervorziehen. Ich kann nicht helfen. Niemand sonst ist zu sehen, niemand ist da. Ich beginne die Straße abzuriegeln. Es kommen Menschen. Niemand kann helfen. Die Männer sind tot. Erschrocken bin ich nicht. Ich kannte die Situation aus dem Traum.

Als ich Ende Dreißig war, ist meine Oma mütterlicherseits ein paar Jahre vor ihrem Tod zu der Familie ihrer Tochter gezogen. Sie war inzwischen über 80 Jahre alt und wurde zunehmend schwächer. Manchmal rief meine Mutter mich an und sagte: "Sie ist im Krankenhaus. Es sieht schlecht aus, wahrscheinlich stirbt sie jetzt." Diese Anrufe mehrten sich, und jedes Jahr, jedes Mal verspürte ich den starken Wunsch, dass ich so gerne dabei sein möchte, wenn Oma diese Welt verlässt. Ich habe mir ein Bild von ihr ans Bett gestellt und fortan ungefähr ein Jahr lang jeden Abend mit Oma gesprochen und sie darum gebeten, sie möge mir bitte Bescheid sagen, wenn es so weit ist.

Es ist kurz nach Weihnachten. Eine Freundin ruft an und sagt: "Gut, dass du da bist. Wir wollen dich für einen Tag besuchen kommen und übermorgen wieder fahren." Ich freue mich, und wir verleben einen schönen Tag miteinander. Am nächsten Morgen sage ich: "Ich fahre mit euch mit." Fünf Stunden später stehe ich vor meiner erstaunten Mutter und sage: "Ich bin hier, um Oma zu verabschieden. Sie stirbt heute Nacht."

Schließlich sitzen wir noch am selben Abend mit drei Generationen am Sterbebett meiner Großmutter und begleiten sie in ihrem Todeskampf. Wir akzeptieren, dass sie nicht mehr essen will und alles von sich weist. Wir halten ihre Hand, wischen mit einem kühlen Tuch über ihr Gesicht, sprechen leise und liebevoll in ihrer Gegenwart und lassen gemeinsam erlebte Situationen Revue passieren, die uns verbinden. In einem stillen Augenblick, den meine Mutter und Großmutter allein am Todesbett verbringen, bat meine Mutter Gott, ihre Mutter nun zu erlösen. Kurze Zeit später konnte Oma einschlafen, und meine Mutter sah einen Schatten durch das Fenster zum Licht gehen.

Unzählige kleine und größere Erlebnisse dieser Art verleihen mir die innere Gewissheit, dass es eine Kraft in unserem Leben gibt, die uns führt und die uns etwas mitteilen will. Dieser Gewissheit folge ich. Außerdem sehne ich mich nach einem konstanten Kontakt zu dieser Kaft. Ich fühle, ich finde nur Frieden im Kontakt und im Einklang mit dieser Kraft.

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