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"Nein,
wir können das nicht!"
Meine Hände versagten mir den
Dienst. Ich konnte die Gasmaske nicht aufsetzen. Ich stand vor einer
Gaskammer. Es war eine Übung im Grundwehrdienst bei der
Bundeswehr. Mein Vorgesetzter drängte mich: "Du musst da jetzt
rein - und die Übung mitmachen. Mit oder ohne Maske. Nur: Ohne
Maske kommst du nicht weit." Doch es ging nicht. Alles in mir
sträubte sich. Ich zitterte am ganzen Leib, verschränkte die
Arme und beging eine Befehlsverweigerung. Zu meinem Glück hatte
ich einen einfühlsamen Vorgesetzten. Er merkte, dass ich selbst
nicht wusste, warum mir das passierte. Er sprach mit mir unter vier
Augen und beruhigte mich.
Ich verstand die Welt nicht mehr. Mir
war, als sprächen meine Hände zu mir: "Nein, wir können
das nicht!" Gleichzeitig spürte ich eine intensive Kraft, einfach
NEIN sagen zu müssen. Diese Kraft war so stark, dass ich es mit
der Angst bekam. Angst - doch wovor? Zuerst war es einfach die Angst
vor der Maske und der Enge im Gesicht. Daraus entwickelte sich die
Angst, auf Dauer eingesperrt zu sein. Die Folgen wurden mit der Zeit
stärker: Fahrstuhl fahren, im Bus oder in der Bahn sitzen: Das
konnte ich kaum noch ertragen. Und das war erst der Anfang.
Später ertrug ich nicht einmal mehr schwülwarmes Wetter. Die
dicke Luft bedrängte mich.
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