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Die große
Herausforderung
Wolfgang Schmütz
Wolfgang
Schmütz
präsentiert hautnah Eindrücke von einer steilen
Karriere: In nur
dreieinhalb Jahren steigt er
vom Praktikanten
zum Niederlassungsleiter eines großen Weiterbildungsunternehmens
auf. Dann nehmen
die Spannungen zu ... In
seinem Beitrag beschäftigt er sich damit, welche persönlichen
Voraussetzungen für einen solchen Aufstieg hilfreich
sind und welch entscheidende Rolle eine spirituelle Verankerung dabei
spielt:
praktisch gelebte christliche Werte in der Menschenführung, in der
Auseinandersetzung mit wachstumsfeindlichen Strukturen, in der privaten
Beziehung und in Zeiten persönlicher Belastungen werden zum
Kompass in Zeiten
des Sturms und der Dunkelheit. Textauszug:
... So hatte
ich es in
dreieinhalb Jahren vom Praktikanten zum Niederlassungsleiter geschafft.
Geschafft?
Eine der größten Herausforderungen meines Lebens stand mir
nun
bevor, denn plötzlich hatte ich die Verantwortung für 45
Mitarbeiter und ein
unübersehbares Produktangebot, vom Bau einer Windenergieanlage als
Übungsturm für
Abseilübungen bis zur Entwicklung von Lehrgängen für
arbeitslose Jugendliche.
Oft ging ich um 06.30 Uhr aus der Wohnung, um zum Schlafen wieder nach
Hause zu
kommen. Zwischen drin war ich bis zu tausend Kilometer pro Woche mit
dem Auto
unterwegs. Die Arbeit war unendlich, bis zu 70 Stunden pro Woche.
Besonders
viel Zeit kosteten mich die Verwaltung und das Berichtswesen; oft
vermisste ich
Zeit, um mich um die Kunden zu kümmern. Zusätzlich verbrachte
ich häufig die
Mittagspause auf der Straße, während ich von einer
Dienststelle zur Anderen
fuhr.
Meine
Gedanken
waren nun zu hundert Prozent bei der Arbeit. Nachts lag ich oft
schweißgebadet
im Bett.
Viele
Aufgaben
konnte ich nicht delegieren, weil die Geschäftsleitung sie als
Leitungsaufgabe
einstufte. Als einziger hatte ich den vollen Einblick in die
Umsatzzahlen. Mir
wurde nahe gelegt, einen für mich unliebsamen, von Misstrauen
geprägten,
Führungsstil anzuwenden. Kollegen nannten diesen Führungsstil
„Management by
Abmahnung“. Schnell merkte ich, dass dieses Verhalten nicht zu mir
passte, und
behielt meinen kooperativen Führungsstil bei. War ich damit nun
endgültig in
den Schuhen meines ehemaligen Chefs unterwegs, und erwartete mich
dasselbe Ende
der Karriere? ...
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